Kaltfleisch und Warmfleisch
Kaltfleisch
Beim Kaltfleisch ist der pH-Wert bereits auf etwa 5,2 bis 5,6 abgesunken, da das Glykogen durch fleischeigene Enzyme zu Fleischmilchsäure abgebaut wurde. Gleichzeitig wurde ATP abgebaut, sodass sich Aktin und Myosin zu Aktomyosin verbunden haben.
Im Ergebnis ist Kaltfleisch fester, weist eine geringere Wasserbindung auf und ist für die Herstellung von Kochwurst und Brühwurst nur eingeschränkt geeignet beziehungsweise auf Kutterhilfsmittel angewiesen.
Da das Glykogen bereits abgebaut ist, liegt die mögliche Salzzugabe bei höchstens etwa 22 g je kg Fleisch und Fett.
Im Vergleich zu Warmfleisch ist zudem die Keimbelastung vor der Weiterverarbeitung relativ höher.
Warmfleisch
Beim Warmfleisch liegt der pH-Wert noch im Bereich von etwa 6,5 bis 7, da ATP und Glykogen noch vorhanden sind. Dadurch bleiben Aktin und Myosin zunächst getrennt.
Warmfleisch ist weich, klebrig und verfügt über ein gutes Wasserbindevermögen.
Zudem weist es einen kräftigen Fleischgeschmack auf und ist für die Herstellung von Brühwurst ohne Kutterhilfsmittel sowie für Kochwurst besonders gut geeignet.
Der vorhandene Glykogengehalt mindert die Salzschärfe, sodass eine Salzzugabe von bis zu etwa 25 g je kg Warmfleisch möglich ist.
Vor der Weiterverarbeitung ist außerdem die Keimzahl im Verhältnis zu Kaltfleisch relativ niedrig (< 10³ KbE/g).
